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Freitag, August 12, 2005

und so sieht das ding aus, was nachher die bildchens macht...

ja, das ding da auf dem bild, das ist ein sogenanntes MRT, ein Magnetresonanztomograph. monatelang war so ein teil mein arbeitsplatz, nun soll ich selbst da drin liegen. is schon komisch irgendwie, als untersucher versucht man die patienten zu beruhigen, ihnen die angst zu nehmen. aber komm ein einziges mal selbst in die verlegenheit, in so ein ding reinzumüssen, noch dazu als einer, der ganz genau weiß, was die da draußen machen und noch viel mehr, was die da draußen reden !

vielen mag die kernspintomographie kein begriff sein, deswegen zitier ich einfach mal ein bißchen was aus meinem unterrichtsmaterial, mit dem ich den unterkurslern versucht habe, die mri (magnetic resonance imaging, damit hab ich jetzt auch alle gängigen bezeichnungen durch *g*) näher zu bringen :


#Kernspintomographie, kurz MRT, ist ein recht junges diagnostisches Verfahren der Radiologie, welches ohne Strahlung auskommt

#Schnittbildverfahren mit den 3 möglichen Ebenen : sagittal, coronar und transversal

#Für die Bildgebung sind nur die Protonen, d.h., Wasserstoffkerne maßgeblich, da im Körper verhältnismäßig viel Wasserstoff in Form von Wasser und langkettigen Kohlenwasserstoffen vorhanden ist

#Grundlegende physikalische Eigenschaft von Elementarteilchen wie den Protonen : der Kernspin oder Spin, eine Kreiselbewegung in der sich das Proton um die eigene Achse dreht wie ein Kreisel

#Protonen, die sich wie Kreisel um die eigene Achse drehen, versuchen stets, die räumliche Lage der Rotationsachse beizubehalten. Da Protonen ja auch gleichzeitig elektrische Ladungen sind, erzeugt die Rotation ( der Spin ) auch ein Magnetfeld, d.h., eine sich bewegende elektrische Ladung ist nichts anderes als ein Elektromagnet, in diesem Fall ein winziger Elektromagnet, das Proton.

#Der Spin ist eine physikalische Grundeigenschaft der Elementarteilchen und ist immer vorhanden.

#Wie die Gravitation beim Kreisel, so versucht auch das starke Magnetfeld eines MRT, die Spins umzukippen. Dabei führen die Spins eine Ausweichbewegung aus, die sogenannte Präzessionsbewegung. Diese besitzt eine spezifische Frequenz, die sogenannte Larmorfrequenz. Sie ist proportional zur Feldstärke, d.h., steigt die Feldstärke, steigt auch die Larmorfrequenz. Indem sie Energie an ihre Umgebung abgeben, richten sich die Spins nun parallel zum Magnetfeld aus.

#Das Magnetfeld wird in der klinischen MRT üblicherweise mit einem supraleitenden Magneten erzeugt ( ein in einem Supraleiter angelegter Strom fließt bei adäquater Kühlung ab da an für immer ). Die übliche Feldstärke beträgt hierbei 1,5 Tesla.

#Um die Spins nun wieder in ihrer ursprünglichen Achse auszurichten, bedarf es eines eletromagnetischen Impulses. Dieser liefert den Spins Energie, die sie bei ihrer Präzessionsbewegung an die Umgebung abgegeben haben. Der Hochfrequenzimpuls muß dieselbe Frequenz haben, wie die Protonen bzw die Larmorfrequenz der Protonen. Nur dann reagieren die Protonen und kippen in ihre Ausgangsachse zurück. Dabei drehen sich die Protonen weiter um ihre eigene Achse und zusätzlich entlang der Achse des angelegten Magnetfeldes. Dieses Verhalten wirkt wie ein kleiner elektrischer Generator und induziert in der Empfangsspule eine Wechselspannung.

#MR Signal
#T1 Relaxationszeit

#Nach dem EM Impuls geben die Spins aufgrund des immer noch angelegten Magnetfeldes die Energie wieder an die Umgebung ab, richten sich also wieder parallel zum Magnetfeld aus. Die Umgebung wird auch Gitter genannt, daher nennt man dies auch Spin-Gitter-Wechselwirkung. Die Magnetvektoren der einzelnen Spins addieren sich. Die Zeitkonstante dieses Vorgangs heißt T1 und ist von der Stärke des Magnetfeldes sowie der Eigenbewegung der Moleküle abhängig. Im Gewebe liegt sie bei 1,5 Tesla bei zwischen 0,5 und mehreren Sekunden. Messungen in dieser Phase liefern T1 gewichtete Bilder.

#T2 Relaxationszeit

#Die Präzessionsbewegung jedes einzelnen Spins hat einen bestimmten Winkel, der Phase genannt wird. Unmittelbar nach der Anregung ( HF Impuls ) präzedieren alle Spins mit einer Phase von 0°. Diese Phasenkohärenz geht mit der Zeit verloren, es entsteht eine Phasenverschiebung. Die Magnetvektoren der einzelnen Spins heben einander nun auf, anstatt sich zu addieren. Der Gesamtvektor wird nun logischerweise kleiner, ebenso mindert sich das MR Signal. Hierbei geben die Spins keine Energie an die Umgebung ab, sondern an die benachbarten Spins. Daher nennt man diesen Vorgang auch Spin-Spin-Wechselwirkung. Die Zeitkonstante dieses Vorgangs heißt T2. Messungen in dieser Phase liefern T2 gewichtete Bilder.

#Zur Anhebung des Kontrasts werden auch im Kernspin Kontrastmittel verwendet. Diese unterscheiden sich in ihrer Struktur und ihrer Wirkung von den gängigen Röntgenkontrastmitteln. Hauptbestandteil der meisten MR KM ist Gadolinium. Gadolinium bewirkt eine Verkürzung der T1 Relaxationszeit. Im KH verwendete MR KM sind Magnevist® und Multihance®. Bei MR KM ist die Gefahr eines KM Zwischenfalls ungleich geringer als bei Röntgenkontrastmitteln

#Hauptindikationen der MRT können, je nach untersuchter Region, sein :

Tumorsuche, Metastasensuche, V.a. Epilepsie, entzündliche Vorgänge, unklare Raumforderung auf Röntgen – oder CT Bildern, Beurteilung der Myokardbewegung, Herzklappenfunktion u.ä., Bandscheibenvorfall, Kreuzbandriß, MR Mammographie, MR Angiographie, Röntgenkontrastmittelunverträglichkeit des Patienten, Frakturen.

#Klare Kontraindikationen sind :

-Klaustrophobie ( evtl. Testlauf mit anschließender evtl. Sedierung mit V10, Diazepam o.ä. )
-Herzschrittmacher
-Für die MR ungeeignete Gefäßclips, Stents oder andere ferromagnetische Implantate ( heutzutage sind beinahe alle neueren Implantate MR gängig )
-Granatsplitter, Kugeln oder andere ferromagnetischen Fremdkörper

#Je nach Art der Untersuchung und bei Verwendung oder Nichtverwendung von KM dauert eine MR Untersuchung zwischen 15 und 45 Minuten.


aus heutigem blickpunkt betrachtet alles in allem sehr vereinfacht beschrieben, aber man bedenke, das haben unterkursler verstehen müssen, die grad frisch vom gymmy oder der realschule kamen, de facto also noch keine radiologische vorbildung genossen haben ;)

tja, wie gesagt...da muß ich dann bald rein. und ja, es IST so beengt, wie es aussieht...

P.S.: es sei mir bitte verziehen, wenn ich jetzt nich jeden fachbegriff oder unklaren begriff erläutere, sondern einfach zum entsprechenden wikipedia artikel verlinkt habe. das hie ris keine vorlesung, ich halte hier doch keine ellenlangen reden zu jedem einzelnen wort ;-)

5 Comments:

Blogger back2frog said...

falls du nen tipp brauchst, wie du das gerät in den "künstlichen wahnsinn" treiben willst (2 entwicklungsstufen vor der künstlichen intelligenz) - just ask.

ansonsten: das ergebnis wird dir ein bissl haarausfall und schuppen bescheinigen, und das wars. keep me informed, man.

8:31 nachm.

 
Blogger soulreapers blogdorado said...

i will, dude, i will. somehow i am interested in real and trustworthy results. otherwise i would have asked, i assure you ;)

9:25 nachm.

 
Anonymous Aninia1 said...

Hey, wir sollten fragen, ob wir uns gemeinsam 'reinlegen können. =;O)>

2:55 vorm.

 
Blogger soulreapers blogdorado said...

na das wär doch mal ne nette idee ;)

10:43 vorm.

 
Anonymous Anonym said...

Hi, ich bin durch ein normales Kontrastmittel sehr krank geworden (sehr hohe Leberwerte, die man sich über Monate nicht erklären konnte). Jetzt soll meine Schilddrüse entfernt werden. Viele Knoten drin.
Worauf muß ich in Zukunft achten, damit mir nicht wieder das falsche Kontrastmittel gegeben wird?
Es grüßt Brigitte

7:17 nachm.

 

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