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Mittwoch, Februar 01, 2006

jaja, das gelernte...

an sich ist es ja ganz einfach. man lernt etwas, setzt es bei bedarf um und erfreut sich dann des resultats, daß man mit etwas gut zurecht gekommen ist. soweit die theorie. jetzt kommen wir dann zur praxis.

heute ist ein schlechter tag. ein tag voller stress, ärger und noch ner menge anderer emotionen wie wut, enttäuschung, trauer. wut, das bringen einem die weißkittel im einzelgespräch und in der konzentrativen bewegungstherapie bei, ist eine primäremotion. das heißt nichts anderes, als daß der mensch, um gut und gesund leben zu können, die wut ganz dringend braucht. so weit, so gut. wenn die wut aber nun, wie bei mir, mit einer ängstlich-autoaggressiven dissoziationsstörung einhergeht, ist das schlecht. ganz schlecht. denn dann kommt derjenige mit der wut, meist auf andere, nicht anders klar, als sie gegen sich selbst zu richten. in meinem fall, um nicht andere, potentiell unschuldige, zu verletzen. aber mit 25 tropfen atosil sieht die welt schon gleich wieder ganz anders aus.

was war sonst noch los? an sich nichts weltbewegendes, nur mal wieder der übliche alltag, wenn es um die erledigung von behördengängen und besuchen bei der krankenkasse geht. einer is, das is ja klar, immer schuld, im normalfall jedoch ist das immer der kleine mann. in dem fall also ich. natürlich bin ich schuld. ich sehe es ja ein. es kann ja nur meine schuld sein, wenn die edv der behörde entsprechende formulare nen monat zu spät abschickt und ich deswegen den antrag nicht fristgerecht einreiche. wie konnte ich nur jemals annehmen, daß mich daran keine schuld trifft? wie dumm von mir.

und jetzt nehme man hierzu noch eine prise "scheiß eltern". halt, das muß ich etwas präzisieren. eigentlich gehts gar nicht um meine eltern. es geht um meinen erzeuger. vater nenne ich diesen mann, der mir 20 jahre meines lebens durch seinen alkoholismus zur hölle gemacht hat, schon lange nicht mehr. noch dazu macht er alles richtig, alle anderen menschen sind nen dreck wert, und wenns der eigene sohn ist. und jetzt, wo ich mit 24 doch schon ein bissel zu alt bin, um noch verprügelt zu werden, wie früher, gibts eben andere maßnahmen. und wenn ihr 20 jahre eures lebens zu hören bekommt, daß ihr nichts taugt und nichts wert seid und aus euch nie was werden wird, dann glaubt ihr das irgendwann mal. das paradoxe daran? immer, wenn er das board, den shop, die homepage zerschießt, wer darfs dann richten? immer, wenn er nen bock baut und das ganze vor gericht geht, wer darf die gesamte anwaltliche korrespondenz übernehmen? genau, der, der nichts kann, nichts wert ist und aus dem nie was werden wird.

und dann, nach so einem tag, den ich noch dazu zu über 80 % im laden verbracht habe, damit wenigstens etwas geld reinkommt, nebenher noch versucht habe, mich behörden, anwälten und der krankenkasse rumzuärgern, nebenher was für mein studium zu tun versucht habe und nochmal nebenher bestellungen, rechnungen und mahnungen geschrieben habe, darf ich mir wieder den alten sermon anhören. ich bin nichts wert, aus mir wird nichts, etc. pp. und wenn wir alle nix hinkriegen, sollen wir doch allein sehen, wie wir zurecht kommen. er macht nix mehr. was bitte hat er denn schon groß gemacht, außer geld auszugeben, das er gar nicht hat und er schonmal gleich gar nicht verdient?

wunderts da wirklich noch wen, wenn ich wieder zittere, mich selbst unter drogen setzen muß, um noch halbwegs klar denken zu können?

die weißkittel ham sichs immer recht leicht gemacht in der therapie. klar funktioniert das alles, was ich dort gelernt hab. klar tat mir das gut. aber dort ist nicht hier! hier draußen, wo ich den ganzen scheiß wieder mitmachen muß, funktioniert das alles gar nicht mehr. nur noch atosil funktioniert. und als ob der psychische kram noch nicht genug wäre, melden sich hws syndrom und migräne heut auch wieder.

und dann fragt mich manch einer tatsächlich noch, warum mir alles zu viel wär und wieso ich denn gar so lustlos und lethargisch da säße...

ja, ich weiß, klingt alles nach jammern. ich wünscht, ich würd jammern. nur leider is das die traurige realität. ich ertappe mich dabei, wie ich immer wieder, seit ich wieder zuhause bin, mich nach dem leichten ausweg sehne. der endgültigen flucht. und ich habe angst davor. richtige angst.

aber ich kämpfe weiter. wenn ich eines gelernt habe, dann das. ich muß weiter kämpfen. es kann nicht angehen, daß ich mich von den arschlöchern und wichsern dieser welt, und sei es mein eigener erzeuger, dauernd besiegen lasse.

in diesem sinne...bis zum nächsten post.